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Kein Kind ohne „Quetschie“. Fruchtmus aus dem Quetschbeutel kommt bei Kindern und Eltern gut an. Der Markt für das pürierte Obst boomt. Aus zahnmedizinischer Sicht stellen Quetschies allerdings einen Risikofaktor dar.

Die Quetschies enthalten mindestens den natürlichen Zuckeranteil der Früchte, die in ihnen enthalten sind. Einige Produkte sind darüber hinaus gesüßt. Mit diesem Zuckeranteil der Produkte ist somit ein Kariesrisiko verbunden. Zudem kann die Aufnahme gesüßter Getränke aus Saugern wesentlich zur Saugerflasachen-Karies beitragen, da die Oberkiefer-Frontzähne mit der zuckerhaltigen und sauren Masse umspült werden. Dies kann vor allem bei häufigem Konsum oder sogar beim Einschlafen ein erhöhtes Kariesrisiko darstellen.

Obst gilt aufgrund seines hohen Fruchtsäureanteils als erosiv. Der Obst ph- Wert unterschreitet teilweise deutlich den für die Lösung von Zahnschmelz kritischen ph-Wert. Studien bestätigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen erosiven Zahnschäden und der Gabe von trinkbaren Fruchtzubereitungen (Al-Malik et al., 2001).

Frisches Obst hat deutliche Vorteile:  Die Kaumuskulatur wird durch das Kauen ausgebildet. Dies ist für die Erlernung der Sprache wichtig.  Beim „Saugen“ von Quetschies bleibt diese Wirkung aus. Ebenfalls wirkt es dem Entwöhnen von Schnullern entgegen.

Schließlich entsteht beim Verzehr von Qutschies weniger schnell ein Sättigungsgefühl. Das Sättigungsgefühl entsteht vor allem durch das Volumen und die Kaudauer der Nahrung.  Da die Quetschies ein geringes Volumen haben, führt der Verzehr erst später zum Sättigungsgefühl und damit zu einer unnötig hohen Kalorienaufahme.

Selbst wenn in einigen Situationen die Verwendung von Qutschbeutel-Zubereitungen praktisch und vorteilshaft ist, sollte immer auf das damit verbundene Risiko geachtet werden. Entsprechende Warnhinweise sind bereits auf den Verpackungen der Hersteller angebracht.  (zm 106, 17 A, 09/2016)

Der regelmäßige Konsum eines nitrathaltigen Saftextrakts verringert die klinischen Zeichen einer Gingivitis. Eine 2014 zusammen mit dem Lehrstuhl für pflanzliche Ernährung der Universität Hohenheim durchgeführte Studie konnte den positiven Einfluss des regelmäßigen Konsums eines nitrathaltigen Salatsaftgetränkes auf die Ausprägung gingivaler Entzündungen nachweisen (Jockel-Schneider Y et al. ,2016).  Besonders in Rucola (Mittelwert 4298 mg pro kg) und Kopfsalat (Mittelwert 1966 mg pro kg) ist ein hoher Nitratgehalt vorhanden. Schon die zusätzliche Aufnahme von 200mg Nitrat pro Tag führten in der Studie zu einem signifikanten Rückgang von gingivalen Entzündungen.  (zm 106, Nr 18 A, 09/2016)